IHK Wirtschaft 10/2009
Anschnallpflicht für Ladung
• In Deutschland haben nicht nur Personen, sondern auch Güter eine "Anschnallpflicht': Diese regelt sich in den einschlägigen
Gesetzen und ist durch entsprechende wissenschaftliche Grundlagen als "La dungssicherung" bekannt. "Leider werden die vorhandenen Vorschriften nur unzureichend eingehalten", weiß Michael Rogge, Ladungsspezialist der b.i.g.-Gruppe. Bei Großkontrollen auf Baden-Württembergs Straßen kann es vorkommen, dass bis zu 75 Prozent der LKWs aus unterschiedlichen Gründen beanstandet werd en. Neben der mangelnden Verkehrssicherheit sind dies vor allem Ladungssicherungsmängel. Schlecht oder ungesicherte Ladung führt dabei immer wieder zu schlimmen Unfällen, bei denen die Ladung auf die Fahrbahn rutscht oder LKW mit verschobener Ladung umstürzen. Solche Schäden machen pro Jahr bereits einen dreisteiligen Millionenbetrag an
Schadenssumme aus.
Dabei wäre bereits mit einfachen Mitteln viel erreicht: "Formschlüssiges Verladen durch eine Sicherung des Ladegutes an Bordwänden, das Verwenden von Antirutschmatten und ausreichend dimensionierten Zurrmitteln und -netzen sind einfache Beispiele, die Ladungssicherheit zu erhöhen", so Michael Rogge, Sachverständiger für Ladungssicherung "Straße" und "Schiff" bei b.i.g.-Truck. "Schon das Abfegen der Ladefläche bringt eine Erhöhung des Gleitreibbeiwertes. Diese Werte liegen als Kenngrößen den VDI- Richtlinien zugrunde und stellen die Basis einer Ladungssicherungsberechnung dar."
Ladungssicherung ist so verschiedenartig wie zu transportierende Güter. So ist ein Schwergut mit Überbreite anders zu sichern als eine genormte Gitterbox. Ein großes Problemfeld in der Ladungssicherung stellen Holztransporte dar, denn ein einfaches Niederzurren oder womöglich Herstellen eines sogenannten Formschlusses sind nur schwer realisierbar. Hier bedarf es einer exakten Analyse und Durchführung durch Spezialisten. Aus diesem Grund fangen immer mehr gütertransportierende Unternehmen an, diesen Bereich an Dienstleistungspartner outzusourcen, aber auch Versicherungen greifen verstärkt auf den extern en, spezialisierten Sachverstand zurück. "Das spart den Firmen viel Zeit und Geld", erläutert Rogge. "Zudem beraten wir unsere Kunden auch über die zahlreichen Fördermög lichkeiten und -maßnahmen der Europäischen Union zur Optimierung der Ladungssicherheit."