b.i.g. schule
setzt neue Akzente
1. "Dienst für SozialPädagogische Betreuung"
Am 1.6.2001
startete die b.i.g. schule in Halle mit einem Projekt des Europäischen
Sozialfonds. Im b.i.g. - Haus wurde eine zentrale Beratungsstelle für
TeilnehmerInnen an Weiterbildungsmaßnahmen geschaffen.
Dipl. Päd. Alexandra Schlagowski rief das Projekt "Dienst für
SozialPädagogische Betreuung" (DSPB) ins Leben. Seitdem unterstützt,
motiviert, berät und betreut Frau Schlagowski die Teilnehmer der b.i.g.-Bildungsmaßnahmen
in allen Lebenslagen.
Ihre Beratung umfasst zwei Hauptthemen: die allgemeine soziale Beratung
und die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt. Zur Sozialberatung gehört
u.a. die Anwendung des SGB, von Arbeitsförderung über Rehabilitation
bis hin zur Kinder- und Jugendhilfe. Hier erleichtert die Zusammenarbeit
mit anderen Beratungsstellen, Trägern und Vereinen der Stadt Halle
die Arbeit.
Zur Arbeitsvermittlung gehört das individuelle Bewerbertraining (im
Einzelgespräch), die Erstellung eines Persönlichkeits- und Bewerbungsprofils
des Teilnehmers und schließlich die gemeinsame Erstellung von individuellen
Bewerbungsunterlagen. Frau Schlagowski bietet für alle Teilnehmer umfassende
Orientierungshilfen im beruflichen und persönlichen Bereich.
2. Umschulung: "Kaufmann/Kauffrau für Verkehrsservice"
Unter dem Motto "Sicherheit
und Service - mit IHK-Abschluss".
Neueste marktwirtschaftliche Erkenntnisse fordern immer mehr nach neuen
Berufsbildern, möglichst mit staatlichem Abschluss. Diesem Anforderungsprofil
kann die b.i.g. schule seit dem 28. Mai 2001 gerecht werden: Die Umschüler
zum/zur Kaufmann/ Kauffrau für Verkehrsservice begannen hier ihren
ersten Unterrichtungstag.
Diese Umschulungsmaßnahme vermittelt ein umfassendes praxisbezogenes
Wissen zum Ver-kehrswesen. Der Rahmenstoffplan befähigt dazu, Marktwirtschaft
in den Bereichen des Verkehrswesens in seinen Gesetzmäßigkeiten
und Zusammenhängen zu erkennen. Diese speziellen Kaufleute sollen als
Berater für Service- und Sicherheitsdienstleistungen im Personenverkehr
direkten "Kundendienst" vor Ort leisten. Die Kaufmänner und
Kauffrauen mit dem Schwerpunkt "Sicherheit und Service" arbeiten
in den unterschiedlichen Verkehrseinrichtungen und Verkehrsmitteln.
Sie übernehmen neben Informations- und Beratungsaufgaben vor allem
die Gewährleistung der aktiven und passiven Sicherheit der Fahrgäste.
Sozialkompetenz in Form von kundenorientierter Kommunikation und kaufmännische
Kenntnisse runden die Ausbildungsinhalte ab.
Diese Weiterbildung mit den Hauptfächern:
· Verkehrs- und Sicherheitsleistungen,
· Kaufmännische Steuerung und Kontrolle,
· Wirtschaftskunde / Arbeitsorganisation,
· Kommunikation / Englisch und
· Informationsverarbeitung
hat eine Dauer von 21 Monaten, inklusive 66 Tagen Praktikum und zuzüglich
3 Tagen IHK-Prüfung.
3. "EQUAL"-Partner + Teilprojekt "PIQUASSO"
Die Europäische
Gemeinschaftsinitiative "EQUAL" aus dem Europäischen Sozialfonds
verfolgt das Ziel, Arbeitslosigkeit zu verhindern und zu bekämpfen,
Humanressourcen zu entwickeln sowie lebenslanges Lernen und die berufliche
und soziale Integration von benachteiligten Gruppen zu fördern.
"EQUAL" ist ein transnationales Programm, das die Entwicklung
und Vertiefung grenzüberschreitender Zusammenarbeit zwischen Menschen
und Organisationen in den Mittelpunkt stellt und dadurch die europäische
Integration nachhaltig stärkt und vorantreibt. Bei der Bekämpfung
von Diskriminierung und Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt orientiert sich
"EQUAL" an den Schwerpunkten der Europäischen Beschäftigungsstrategie:
Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit, Entwicklung des Unternehmergeistes,
Förderung der Anpassungs-fähigkeit der Unternehmen und ihrer Beschäftigten,
Förderung der Chancengleichheit von Männer und Frauen.
Kern von "EQUAL" sind so genannt Entwicklungspartnerschaften (EP),
in denen die relevanten Akteure des Arbeitsmarktes gemeinsam einen integrierten
Ansatz zur Bekämpfung von Ungleichbehandlungen und Diskriminierungen
auf dem Arbeitsmarkt entwickeln. Entwicklungspartnerschaften können
sich als "geografische EP" (für bestimmte territoriale Einheiten)
oder als "sektorale EP" (für einen Wirt-schaftsbereich) bilden.
Eine solche Entwicklungspartnerschaft von "E-QUAL" ist "PIQUASSO"
als Instrumente von Chancengleichheit und Integration in der privaten Sicherheitsindustrie.
Hinter "PIQUASSO" verbirgt sich ein Verband verschiedener Bildungsträger
mit langjähriger Erfahrung in der Weiterbildung von Sicherheitspersonal,
die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, der Arbeitgeberverband BDWS, das
Bundesinstitut für berufliche Bildung BIBB, das BMA und das Arbeitsamt
mit dem Leitsatz "Chancengleichheit in der privaten Sicherheitsindustrie".
Dieses Projekt sieht vor, übliche arbeitsmarktpolitische Maßnahmen
(Berufsorientierung/ Vorbereitung/Weiterbildung etc.) in für die Zielgruppen
angepasster Form mit arbeitsbegleitenden Förder-, Fortbildungs- und
Personalentwicklungsmaßnahmen zu verzahnen. Auf der regionalen Durchführungsebene
werden dabei nach Durchführung von Anpassungs- und Weiterbildungsmaßnahmen
und nach anschließender Arbeitsaufnahme direkt anknüpfende innerbetrieblich
wie überbetrieblich organisierte Qualifizierungsmaßnahmen entwickelt
und durchgeführt.
Als Kern der einzelnen Projekte ist geplant, eine bis zu zwölf Monate
umfassende Weiterbildung als Einstiegsmaßnahme mit ca. 20 TeilnehmerInnen
durchzuführen. Diese TeilnehmerInnen werden im Anschluss an die vorbereitenden
Lehrgänge von den kooperierenden Betrieben (ggf. befristet) in sozialversicherungspflichtige
Arbeitsverhältnisse übernommen und in den folgenden 12 bis 15
Monaten für die Teilnahme an ca. 5 bis 8 mehrtägigen arbeitsbegleitenden
Schulungen (z.B. Vorbereitung IHK-Abschluss) freigestellt. Diese berufsbegleitenden
Qualifizierungen sind dabei für MitarbeiterInnen der Betriebe, die
den Projektzielgruppen angehören, und mit ihnen unmittelbar zusammenarbeitenden
Personen offen. Die Zielstellung dabei ist, 50 bis 60% der gesamten TeilnehmerInnen
berufsbegleitend abschlussbezogen zu qualifizieren.
An "PIQUASSO" ist sowohl die b.i.g. schule in Halle als auch der
Träger in Bautzen beteiligt. Aus der großen Zielgruppe der sozial
benachteiligten Menschen sollen besonders Frauen und Jugendliche gefördert
werden.
