Die big. bechtold-gruppe übernimmt die Fachplanung für Elektro-, Kommunikations- und Förderanlagen bei der Sanierung des Heidelberger Marstalls und bringt damit ein über 500 Jahre gewachsenes Ensemble auf den heutigen technischen Stand, ohne ihm seine Geschichte zu nehmen.
1510 ließ Kurfürst Ludwig V. direkt am Neckarufer den Marstall errichten, ursprünglich als Zeughaus und Unterstand für die Pferde. Teile dieses ältesten Bauabschnitts stehen bis heute und bilden den Kern dessen, was Generationen von Heidelberger Studierenden als Altstadt-Mensa kennen. Ein einheitliches Gebäude war der Marstall dabei nie: Um den historischen Kern herum ist über die Jahrhunderte ein ganzer Komplex gewachsen, dessen Bauteile zu unterschiedlichen Zeiten und für unterschiedliche Zwecke entstanden sind. Ein Teil diente lange als Hauptzollamt.
Historische Substanz bestimmt die technische Planung
Massives Natursteinmauerwerk trifft auf Gewölbekeller, Holzbalkendecken und denkmalgeschützte Raumfassungen. Weil jeder Bauteil seine eigene Konstruktion mitbringt, entscheidet am Ende die Substanz darüber, wo Leitungen geführt und Technik platziert werden können, nicht das Reißbrett.
Großküche als technischer Schwerpunkt
Was dort entsteht, ist deutlich mehr als eine Auffrischung. Herzstück ist unter anderem eine neue Großküche, die täglich eine große Zahl an Essen ausgeben soll und damit zu einem technischen Schwerpunkt des Projekts wird: hohe Anschlussleistungen auf engem Raum. Küchentechnik dieser Größenordnung in einem historischen Gebäude unterzubringen bedeutet, Leistungsfähigkeit und Bausubstanz gleichermaßen ernst zu nehmen.
Elektromobilität mitgedacht
Parallel dazu wird der Standort auf Elektromobilität vorbereitet. Ladeinfrastruktur ist dabei weniger eine Frage der Steckdosen als eine der Leistungsplanung: Das Konzept muss den heutigen Bedarf decken und spätere Erweiterungen zulassen, ohne die verfügbare Anschlussleistung zu überfordern.
Veranstaltungsort mit besonderen Anforderungen
Der Marstall bleibt zudem ein Ort, an dem etwas stattfindet. Der Innenhof, der Speisesaal, der historische Marstallsaal und weitere Räume werden für ganz unterschiedliche Veranstaltungsformate genutzt. Das stellt eigene Anforderungen an Beleuchtung und Sicherheitstechnik: Die Technik muss viel können und dabei so wenig wie möglich in Erscheinung treten.
Neue Trafostation als Koordinationsaufgabe
Ein eigenes Kapitel ist die neue Trafostation, die die bestehende Anlage ersetzt. Sie versorgt nicht nur den Marstall selbst, sondern auch weitere Gebäude in der Umgebung. Damit liegt die eigentliche Herausforderung weniger in der Technik als in der Koordination: Der Umschluss muss so geplant und terminiert werden, dass die Versorgung durchgehend steht, in enger Abstimmung mit Netzbetreiber, Nutzern und allen beteiligten Gewerken sowie klar definierten Zeitfenstern.
big ist ab Leistungsphase 5 mit der Fachplanung der Elektro-, Kommunikations- und Förderanlagen (KG 440, 450 und 460) beauftragt.